duo

„Ihr könnt mich alles fragen, auch, weshalb ich so eine komische Frisur habe.“ Mit diesen Worten stellte sich der Autor Jochen Till am 7. Mai 2018 seinem jungen Publikum aus Schülern der vierten bis sechsten Klasse und ihren Klassleiterinnen, in der Aula der Grete-Schickedanz-Mittelschule noch vor Beginn der eigentlichen Lesung vor. Und schließlich musste er den Kindern ja vorweg auch noch erklären, weshalb da noch eine zweite Person mit ihm am Lesetisch saß.

Er bringe nämlich immer einen „Kumpel“ mit zu den Lesungen, weil er selber zwar gut Bücher schreiben könne, leider aber kein besonders guter Vorleser sei. Und schließlich sollten die Zuhörer ja Spaß haben an seinem Buch „Luzifer Junior – zu gut für die Hölle“, dem ersten Band einer Reihe, von der im August bereits der vierte Band erscheinen wird.

An diesem Vormittag hatte er Christian Funk mit dabei, der diese Aufgabe mit Bravour für ihn übernahm. Dabei saß Jochen Till keineswegs stumm neben ihm, sondern spielte die Rolle des Papa-Teufels. Alle anderen Personen, vor allem natürlich den viel zu netten Nachwuchsteufel, übernahm Christian Funk gekonnt und variantenreich.

Passend zu den ausgewählten Textstellen zeigte Jochen Till die passenden Illustrationen aus seinem Buch.

So erfuhren die aufmerksam zuhörenden Schüler, welche Schwierigkeiten der gar nicht so teuflische Nachwuchs mit seinem Höllenpapa bekommen kann, wenn er Heavy-Metal-Fans statt der verordneten Berieselung mit Volksmusik mal eben Metallica einspielt.

Im Gegensatz zu seinem medientechnisch völlig unterbelichteten Vater kann Luzifer Junior nämlich wesentlich besser mit Computern umgehen und daher munter Unsinn damit treiben. Und die moderne Hölle ist eben auch vernetzt und man verständigt sich mit „Schreiphones“.

Damit Teufel senior irgendwann in den nächsten Jahrhunderten in Rente gehen kann, muss sein Sohn vorher allerdings dringend Nachhilfe bekommen in Sachen „Böse-Sein“. Und wo kann dies am besten vor sich gehen? Natürlich oben auf der Erde in einem Internat. Dass dies natürlich erst recht zu komischen Situationen führt, kann man sich nur zu gut vorstellen.

Es war also eine Art Leseperformance, die die gespannt lauschenden Zuhörer miterleben durften, angefüllt mit kurzweiligen, witzigen Einfällen.

DSCN1987

Ach ja, unter den zahlreichen Fragen der Kinder, war dann tatsächlich auch die nach der Frisur Jochen Tills. Er sei ein Comicfan, betonte er und ganz besonders möge er Tim und Struppi. Deshalb also habe er eben eine Frisur wie sein Comic-Held Tim.

Eine Stunde, die viel zu schnell verging war das, mit den beiden coolen Typen da oben auf der Bühne. Und die Schüler zeigten ihre Begeisterung darüber mit einem lang anhaltenden Applaus.

autogramm

Zum Schluss sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass auch diese Lesung wieder mit einer wohltuenden Spende des Lions-Club unterstützt wurde. Herzlichen Dank dafür!

Angelika Ottmann