Doppelten Besuch hatte die Klasse M 9 vor den Osterferien. Von Herrn Godek von der Barmer GEK und Herrn Rostek von der Raiffeisenbank Hersbruck zum Thema „Assessmentcenter“. Die beiden Herren arbeiten schon länger bei diesem Vortrag zusammen.

Die Bewerbungsplatzsuche gleicht einer Castingshow – so begann die Einführung zum Assessmentcenter, was so viel bedeutet wie Beurteilungs- oder Einschätzungszentrum. Viele namhafte Firmen wie Aldi, BMW, Neckermann, Edeka, Siemens führen diese inzwischen durch. Damit sollen verschiedene Fähigkeiten wie z. B. Umgangsformen, Konflikt-, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Ausdrucksvermögen uvm. getestet werden.

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Damit es nicht zu theoretisch wurde, kam dann sofort die erste Übung. Ein Schüler musste sich in die Rolle einer Versicherungsfachangestellten hineinversetzen, zu dem ein aufgebrachter Kunde kommt und sich darüber beschwert, dass sein Kurantrag zum wiederholten Male abgelehnt wurde.

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Wie reagiert man in einer solchen Situation???

Zuerst einmal den Kunden beruhigen, ihm einen Platz, ein Getränk anbieten;
sich Zeit nehmen und genau nachfragen, wo das Problem liegt und
das Problem ernst nehmen, evtl. Lösungen suchen oder nach Alternativen schauen.

Wichtig dabei ist, dass man sich bewusst ist, dass man Kunden berät, die – dank Internet - bestens informiert sind.

Anschließend stellte sich die Frage, wie ein Assessmentcenter abläuft:
Insgesamt sind es ca. 6- 12 Personen, die von 2 bis zu 6 Leuten beobachtet werden. Dies kann bis zu drei Tage dauern. Dabei müssen die Teilnehmer/ Bewerber verschie-dene Übungen durchlaufen, z. B. mit Vorbereitungszeit und auch unter Zeitdruck. Vor allem wiesen Herr Rostek und Herr Godek darauf hin, dass die Pausen auch ganz wichtig sind, da auch hier die Bewerber ganz genau unter die Lupe genommen werden.

Wie kann ich mich nun auf ein Assessmentcenter vorbereiten?
Zuerst ist es wichtig, genügend Fahrzeit einzuplanen, ausgeschlafen zu sein und Freizeiten als Entspannung zu nutzen. Vor allem sollte man auf seine Fähigkeiten vertrauen. Man sollte sich so natürlich geben, wie man ist und sich auch nicht scheuen, sich selbst zu loben.

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Anschließend folgte eine Übung mit folgender Szenerie:

Einige Menschen haben sich nach einem Schiffsunglück auf dem offenen Meer in ein Rettungsboot retten können. Es herrscht starker Seegang und das Boot droht zu sinken, weil viele Leute darin sind. Im Boot befinden sich: ein 15-jähriger Schüler, eine 25-jährige Krankenschwester (verheiratet), ein 50-jähriger Unternehmer (verh., zwei Kinder), ein 35-jähriger katholischer Priester, ein 72-jähriger Pensionär (Witwer), ein 58-jähriger Hilfsarbeiter (langzeitarbeitslos, alleinstehend) und eine 26-jährige Hausfrau (verh., drei Kinder).

Die Gruppe sollte nun nach kurzer Vorbereitungsphase diskutieren, wer das Boot verlassen muss/ sollte.
Nach einer heftigen und auch mit guten Argumenten geführten Diskussion stellten die Bootsinsassen fest, dass es gar nicht so einfach ist. Wie uns unsere Dozenten erklärten, ist das eine Übung aus einem Führungskräfte-Seminar, wie sie oftmals durchgeführt wird.

Letzte Tipps, die uns für solche Gruppendiskussionen gegeben wurden, waren:
- Bleib du selbst!!!
- Binde andere Gruppenmitglieder mit ein!!!
- Unterstütze andere, ergreife Partei, befrage andere (wenn du nicht so gerne redest)!!!
- Halte dich unbedingt an allgemeingültige Gesprächsregeln!!!

Tolle zwei „Unterrichtsstunden“, die leider viel zu schnell vergangen sind.